Medienorientierung vom 30. Juni 2008
Zweck und Ziel des Vereins Thunersee - Schwanensee
von Renate Gloor
Im Mai 2008 wurde der Verein Thunersee - Schwanensee gegründet. Im Zentrum der Tätigkeit stehen die in Europa seit 1869 angesiedelten (weissen) Höckerschwäne (Cygnus olor) und die australischen Schwarzschwäne (Cygnus atratus). Der Verein orientiert interessierte Kreise, Medien, Politik, Behörden und die Öffentlichkeit über die Eigenschaften, Bedürfnisse und Verhaltensweisen dieser auf dem Thunersee ansässigen Schwanenarten und schafft dadurch Verständnis.
Das Anstechen der Eier soll so gehandhabt werden wie beim weissen Höckerschwan. So, dass auch bei den Schwarzschwänen keine Gefahr einer Überpopulation besteht. Dadurch, dass die Schwäne von der Bevölkerung in zu hohem Masse gefüttert werden, ist diese Massnahme unumgänglich.
Kurze Chronologie
1984 Die ersten drei Schwarzschwäne vom Zoo Zürich kommen an den Thunersee zum Vogelzüchter Markus Krebser
ab 1989 wurden die Flügel dieser Tiere nicht mehr coupiert, die Tiere unternehmen Ausflüge über den unteren Thunersee und kehren immer wieder zurück
20 Jahre reiche Erfahrungen (Flugbeobachtungen, Dokumentationen) mit Schwarzschwänen am Thunersee werden gesammelt: Alle sind positiv. Die Tiere sind friedlich, verursachen keinen unangenehmen Lärm und keine Schäden. Schwarzschwäne leben gemeinsam mit den Höckerschwänen und fügen sich in die lokale Wasservogelwelt ein. Sie sind auffällig, gut sichtbar und eher träge. Sie bereiten Freude, aus der Bevölkerung kommen enorme positive Reaktionen.
2002 Die ersten 3 Jungtiere schlüpfen in Freiheit. Da die Tiere nicht zur einheimischen Artenvielfalt gehören, werden die Jungtiere den Eltern weggenommen und in die Wildstation gebracht. Dort versterben sie.
2004 Publikation Leserbrief von fünf „Tierschützern", „Schwarzschwäne würden eine potenzielle Gefahr für die einheimische Artenvielfalt darstellen". Es folgen Protestleserbriefe.
Aussagen der Gegner „Schwarzschwäne seien höchst aggressiv", „äusserst vermehrungsfähig", „eine echte Bedrohung für die einheimische Fauna" konnten nicht erwiesen werden. Einziges Argument gegen die Schwarzschwäne: Sie sind im Gesetz nicht als einheimische Art erwähnt. Die zuständige Verordnung liesse sich anpassen oder differenziert anwenden.
Eine erzwungene Radikalkur (Null-Lösung) nach Gesetz wird abgelehnt, weil sie sich in keiner Weise aufdrängt und diese von der Bevölkerung nicht getragen würde.
2004 Offizielle Vereinbarung zwischen dem Kanton und dem Züchter, 10 frei lebende Schwarzschwäne bleiben auf dem Thunersee. Bei Gelegen in Freiheit werden die Eier angestochen.
2007 Ein Paar Schwarzschwäne brütet 3 Jungtiere aus. Es werden keine durch diese Tierart verursachten Schäden registriert.
Petition der „Freunde der Schwarzen Schwäne": Die Petition hat zum Ziel, dass Schwarzschwäne wie Höckerschwäne auf dem Thunersee leben dürfen.
Innerhalb von wenigen Monaten unterschreiben gegen 6000 Personen die Petition für den Erhalt der Schwarzschwäne auf dem Thunersee
2008 Ein Gespräch am Runden Tisch beim Jagdinspektorat des Kantons ergibt, dass die Schwarzschwäne auf dem Thunersee von den geladenen Vertretern der Tier- und Naturschutzorganisationen abgelehnt werden, sie seien illegal und müssten eliminiert werden. Der Vorschlag der Petitionäre, die Tierart auf eine Watch-List (Überwachungsliste) zu setzen und nach einer bestimmten Zeit eine Neubeurteilung vorzunehmen, wird nicht diskutiert.
Eine Flut von Leserbriefen und Protestreaktionen bei Tier- und Naturschutz-Organisationen erfordert eine neue Lösung.
2008 Das Thema Schwarzschwäne brennt und wird von Politikern aufgegriffen. Die beiden Nationalräte Ursula Haller und Adrian Amstutz führen mit den Behörden Gespräche. Die Grossräte Andreas Lanz und Carlo Kilchherr reichen eine Motion im Grossen Rat des Kantons Bern ein.
2008 Der Verein Thunersee - Schwanensee wird gegründet.
Tourismus
Die Schwarzen Schwäne haben sich in den vergangenen 20 Jahren gut in die hiesige Flora und Fauna eingefügt.
Schade, dass unsere Tourismusdestination die Chance bisher ungenutzt verstreichen lässt, den Schwarzschwan auf dem Thunersee als Attraktion zu vermarkten. Die Chance richtig erkannt haben die zuständigen Behörden und der Tourismusverein in Thun damals, als der Höckerschwan auf dem Thunersee bekannt wurde. |